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zomedy

auch: zomcom; zombie comedy; comic zombie film; zomedy und zomcom sind englische Kofferwörter für den Ausdruck: Zombie comedy = Zombiekomödie

Ist Graf Dracula ein adliger Wiedergänger mit geschliffenen Umgangsformen, der Blut wie Champagner zu schlürfen versteht, so bilden die Untoten, seelenlosen Zombies die ghoulische Proletarierklasse, wenn sie mit leeren Augen lethargisch einherschlurfend, schmatzend und rülpsend auf Menschenfleisch aus sind. Die Zombiekomödie nutzt die Möglichkeiten der zufälligen oder beiläufigen Mutation von Alltagsfiguren zu Zombies narrativ und kompensiert dabei aufkommende Ängste durch den Einsatz von Humor und Wortwitz in kuriosen Situationen, wie jede gelungene Tragikomödie seit der Antike.
Der Zombie dieser Filme ist ein Jedermann, nur erscheint er komatös, reduziert auf wenige Grundinstinkte: fressen und saufen. Und er ist schuldlos: Selten kann er etwas für seinen Zustand, denn entweder haben ihn andere Zombies noch als Menschen erwischt und angesteckt, oder er wurde das Opfer eines Werwolfs (wie der Rucksacktourist in An American Werewolf in London, Großbritannien 1981, John Landis; Sequel: An American Werewolf in Paris, USA 1997, Anthony Waller), vom infektiösen Affen gebissen (wie die Mutter in Braindead, aka: Dead Alive, Neuseeland 1993, Peter Jackson), oder mutierte Versuchsschafe rächen sich am Schäfer (Black Sheep, Neuseeland 2006. Jonathan King). Treten Zombies militärisch streng organisiert auf, muß der menschliche Gegner schon sehr pfiffig sein, um sich ihrer zu erwehren, wie in Sam Raimis komischer Connecticut-Yankee-Variante Army of Darkness (USA 1992).
Zombiekomödien lechzen nach Fortsetzung: George Romeros Dawn of the Dead (USA 1978), selbst ein satirisches Sequel seines berühmten Meisterwerks Night of the Living Dead (1968; 1990 gleichlautend betiteltes Remake von Tom Savini und Romero) fand 2004 zwei Wiederaufnahmen: in Zack Snyders durchaus lustigem Remake Dawn of the Dead und in der britischen, im heutigen London angesiedelten, zitatfreudigen Zomedy von Edgar Wright: Shaun of the Dead, in der die Zuschauer viel zu lachen haben über den sehr britischen Kampf eines weitgehend machtlosen Einzelnen um seine Liebsten in der unerfreulichen Gesellschaft von Zombies.

Literatur: Art. 'Zombie comedy'. In: Wikipedia; URL: http://en.wikipedia.org/wiki/Zombie_comedy. – List of comedy horror films. In: Wikipedia; URL: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_comedy_horror_films.

Referenzen