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Zwillinge

Eine Spielart des Doppelgänger-Motivs und wie dieses viel älter als der Film. Beide kommen typischerweise dann zum Zug, wenn tief verankerte Ängste um die Ganzheit und Einzigartigkeit der eigenen Identität thematisiert und geschürt werden sollen (wie in Black Hill, Großbritannien 1988, Andrew Grieve, der von der Parallelität zweier Brüder aus Wales über die Weltkriege hinweg erzählt). Das Themenfeld ist ungemein breit abgesteckt: In Curtis Bernhardts A Stolen Life, 1946, geht es um eine Schwester, die die Identität der anderen annimmt und so mit dem Mann, den beide lieben, leben kann. In Dead Men Walk (aka: Creatures of the Devil, USA 1943, Sam Newfield) dagegen geht es um Brüder, von denen der eine ein Vampir wurde und dem anderen nach dem Leben trachtet.
Zwillinge eignen sich für die Dramatisierung sozialer Beziehungen besonders gut, da sie dieses spezifische Identitätsproblem sozusagen von Natur aus verkörpern (bis zum Extremfall der „Siamesischen Zwillinge“). Leichter gelagert sind Verwechslungskomödien, die das Hauptgewicht auf turbulente Missverständnisse legen und sich in einem Happy-End auflösen (wie in Big Business, USA 1988, Kim Abrahams, der von zwei eineiigen Schwesternpaaren erzählt, die in der Geburtsnacht von einer kurzsichtigen Nonne vertauscht werden). Familiendramen betonen oft die sprichwörtliche Nähe zwischen den Geschwistern, und vor allem bei Bruder- Schwester-Konstellationen kokettieren diese Filme oft mit dem Motiv des Inzests.
Bei eineiigen Zwillingen ist das Motiv schauspielerisch und filmtechnisch insofern eine Herausforderung, als meist mit Doppelrollen gearbeitet wird. Echte Zwillinge treten selten auf - paradoxerweise oft dann, wenn es darum geht, eine einzige Figur darzustellen (etwa in Filmen mit kindlichen Protagonisten, wo zur zeitweiligen Entlastung der kleinen Darsteller mit Zwillingen gearbeitet wird).

Referenzen