Lexikon der Filmbegriffe

midnight movie

Amerikanische Entsprechung für ‚Spätvorstellung‘. Seit den 1970er Jahren mit dem zusätzlichen Bedeutungsaspekt von ‚kultartiges Mitmachkino, Happening‘. Auch gebräuchlich als Bezeichnung für Filme, die eine besondere subkulturelle Kinopraxis induziert haben (dazu rechnen El Topo, 1970, Alexandro Jodorowsky, oder auch George A. Romeros Night of the Living Dead, 1968). Insbesondere die groteske Komposition von The Rocky Horror Picture Show (1975, Jim Sharman), einer Mischung aus Science Fiction, Horrorfilm, fetischistischer Transvestitenshow und Rock-Operette, wurden in den Spätvorstellungen von der Jugendkultur zu ausgelassenen Interaktionen genutzt, bei denen sich Riten wie gemeinsames Aufstehen und Niedersetzen, Rufe, Abbrennen von Wunderkerzen und Ausstreuen von Reiskörnern ausbildeten. Heute meint der Begriff – eher unabhängig von der Tageszeit – in erster Linie Filme, die in ihre Aufführungspraxis Züge von Camp und Trashkultur integrieren und als Indikatoren eines subkulturellen Undergrounds gelten.

Literatur: Hoberman, J. / Rosenbaum, Jonathan: Midnight movies. New York: Harper & Row 1983. Nachdr. New York: Da Capo Press 1991; dt.: St. Andrä-Wördern: Hannibal 1998. – Macor, Alison: The Rocky Horror Picture Show. In: St. James encyclopedia of popular culture. Ed. by Tom Pendergast, Sara Pendergast. Detroit [etc.]: St. James Press 2000.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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