Lexikon der Filmbegriffe

Zelluloid

selten auch: Zellhorn

Das Trägermaterial für alle bewegten Bilder bis zur Einführung des Fernsehens und anderer elektronischer Bildträger war Zelluloid. Seine Vorzüge – Elastizität, Lichtdurchlässigkeit, Festigkeit – lagen auf der Hand, es löste die Glasplatte ab, die bis dahin in der Fotografie üblich gewesen war, und wurde schließlich auch zum wichtigsten „Schichtträger“ des Films. Die leichte Entflammbarkeit des Materials wurde durch die positiven Eigenschaften mehr als ausgeglichen.
Von dem englischen Wissenschaftler Alexander Parkes ca. im Jahre 1855 erfunden (der den Stoff noch „Parkesin“ nannte), wurde Zelluloid aus einer Mischung von Nitrozellulose, Kampfer und Alkohol produziert. Der Name ‚Zelluloid‘ wurde 1870 als Handelsmarke der Celluloid Manufacturing Company des Erfinders und Fabrikanten John Wesley Hyatt registriert („Celluloid“). Zunächst wurden Kämme, Puppen, sogar falsche Zähne aus Zelluloid hergestellt. Erst 30 Jahre nach der Erfindung kam man auf die Idee, das Material zu fotografischen Zwecken zu benutzen – nachdem der Amerikaner Hannibal Goodwin im Jahre 1887 dem Stoff eine gewisse Flexibilität und Elastität gegeben hatte, indem er den anderen Ingredienzien Bananenöl und Fusel beimischte. Ein Jahr später brachte Eastman Kodak die „Brownie“-Kamera auf den Markt, die erstmals ein Zelluloidfilmnegativ verwendete. Seit dem Jahr 1889 produzierte Kodak einen 35mm-Film, den er an Thomas Edison zur Verwendung in seinen Kinetoscopen verkaufte. 1895 wurde die Produktion von 35mm-Filmstreifen für die Projektion aufgenommen.
Nitrozellulose (= [C6H9O5(NO2)]n) blieb im kommerziellen Filmgeschäft bis in die 1950er Jahre hinein die Norm, wurde erst dann von Azetatfilm bzw. Polyester abgelöst (den oft sogenannten „Sicherheitsfilmen“).

Referenzen:

Azetatfilm

Azetylzellulose

Nitrozellulose

Schichtträger


Artikel zuletzt geändert am 04.01.2012


Verfasser: JCH


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