Lexikon der Filmbegriffe

grindhouse film

Die amerikanische Wortprägung „grindhouse“ bezieht sich auf das umgangssprachliche „bump and grind“, welche die Hüftenbewegung eine Stripperin beschreibt. Ein grindhouse war entsprechend ein Burlesk- oder Striptease-Theater, meist im Rotlichtbezirk angesiedelt.
Zwischen den 1920er und dem Anfang der 1960er Jahre existierte ein eigener Markt für „exploitation films“, auf dem erotische, sensationelle und kolportagehafte Filme ausserhalb der etablierten Filmwirtschaft und ihre internen Kontrollmechanism (vertreten durch das Hays-Office und den Hays-Code oder die Legion of Decency) vertrieben wurden – eine Schattenfilmwirtschaft neben Hollywood. Filme über Geschlechtskrankheiten, Nudistenkolonien, Drogen, Prostitution und andere moralisch anrüchige Themen wurden in sogenannten „blue movie houses“, „grindhouses“ oder „Main Street theatres“ gezeigt, die in den Stadtzentren neben Burlesk-Theatern und Rotlichtvierteln platziert wurden und ausschließlich für Erwachsene spielten. Zu den heute bekanntesten grindhouse films gehört Reefer Madness (1933), der in den 1970er den Status eines Kultfilms gewann. Mit der Lockerung des Production Codes Anfang der 1960er etablierten sich solche Filme ausserhalb des grindhouse im mainstream, gefolgt von der Hardcore-Pornofilmwirtschaft Anfang der 1970er Jahre, die viele ehemalige grindhouses vereinnahmte.

Literatur: Schaefer, Eric: „Bold! Daring! Shocking! True!” A History of Exploitation Films, 1919-1959. Durham, NC: Duke University Press 1999.

Referenzen:

Exploitation

Exploitation Film


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JCH


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