Lexikon der Filmbegriffe

Ein- und Zweiakter

Standardformate des frühen fiktionalen Films bis etwa 1910/12, wobei die Filmlängen zwischen ca. 100m bis 250m bei Einaktern, 500m bis 750m bei Zweiaktern liegen. Ein- und Zweiakter sind häufig noch Elemente eines Nummernprogramms, bestehend aus Film, Laterna Magica-Projektion und nicht-fiktionalen Kurzfilmen (landschafts-Bildern, Aktualitäten etc.). Der Aufbau der Narration folgt zumeist der klassischen Regel von der Einheit des Ortes, der Zeit und der Handlung (mit signifikanten Ausnahmen wie z.B. Der Schatten des Meeres, Deutschland 1912, in dem der Tod dem Meer entsteigt und eine unglückliche Frau zum Selbstmord zu bewegen sucht); außerdem ist die Geschichte um einen zentralen Konflikt gebaut. Die monothematisch ausgelegten Filme präsentieren eine schmale Zahl von Handelnden. Als Klassiker des Zweiakters gilt Charlie Chaplin, der 1916 eine ganze Reihe von Filmen in diesem Format für die Mutual drehte (darunter Easy Street, 1917; The Immigrant, 1917).

Das Format lebt fort in den Spielfilmen der Avantgarde der 1920er Jahre und im Kurzfilm. In seiner nichtfiktionalen Variante fließt er in den Kulturfilm der 1920er bis 1950er Jahre sowie in den Dokumentarfilm ein. 

Beispiele: L'Éclipse (1902, Georges Méliès); The Great Train Robbery (1903, Edwin S. Porter); The Londale Operator (1911, David Wark Griffith), Un Chien Andalou (1929, Luis Buñuel, Salvador Dalí).


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: UK


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