Lexikon der Filmbegriffe

Agententhriller

Spielform des Thrillers, dessen zentrales Merkmal der thrill, ein hoch wirksamer Mix aus Nervenkitzel und Spannung ist, der das Publikum bis zur Erzeugung physischer Reaktionen erfasst. Dies geschieht durch eine weitgehend undistanzierte und hautnahe Inszenierung von Angst und Suspense. Hinzu kommt eine starke Identifikation mit der Hauptfigur, in diesem Fall dem Agenten oder der Agentin. Trotz spezieller professioneller Ausbildung sind diese Figuren für die sie erwartenden Ereignisse nicht immer genügend vorbereitet. Oft geraten sie unter falschen Verdacht, in alptraumhaft anmutende Verstrickungen, drohen in den Maschinerien der „Institution Geheimdienst“ unterzugehen und scheinen gegenüber ihren Gegenspielern – Agenten aus dem eigenen oder feindlichen Lager sowie Auftragskillern – im Nachteil. In ihrer akuten Bedrohtheit bleibt ihnen oft nichts anderes übrig, als selber zu töten, wenn sie überleben wollen. Und auch wenn ihnen letzteres regelmäßig gelingt, so schildert der Thriller dennoch die Schrecken eines Berufs, der zwar im Gewand unauffälliger Bürgerlichkeit daher kommt, sich in Wahrheit aber über alle moralischen Grenzen hinwegsetzt. Beispiele sind Three Days of the Condor (Sydney Pollack, USA 1975), Black Widow (Bob Rafelson, USA 1987) oder auch The Long Kiss Goodnight (Renny Harlin, USA 1997).

Literatur: Helbig, Jörg: Geschichte des britischen Films. Stuttgart/Weimar: Metzler 1999. – Rubin, Martin: Thrillers. Cambridge: Cambridge University Press 1999. – Seeßlen, Georg: Kino der Angst. Geschichte und Mythologie des Film-Thrillers. Reinbek: Rowohlt 1980.
 

Referenzen:

Politthriller

Psychothriller


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: PB


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