Lexikon der Filmbegriffe

Dreiecksgeschichte

frz. ménage à trois; engl.: threesome, menage a trois, selten auch: trouple stories (Zusammenziehung von double und triple); im pornografischen Kontext auch: MMF, MFF (M = male, F = female)

Figurenkonstellation, Motiv und Erzählmuster zugleich. Im Zentrum steht die sprichwörtliche „Dreiecksgeschichte“, eine meist unentschiedene Liebesgeschichte, die in romantischen Komödien zu einem glücklichen Ende findet, in Melodramen dagegen zur tragischen Liebe wird. Dabei ergibt sich das komische respektive melodramatische Potenzial des Erzählmusters sozusagen von selbst aus der Figurenkonstellation „Frau zwischen zwei Männern“ oder „Mann zwischen zwei Frauen“: Es geht um die Schwierigkeiten, sich zu entscheiden und/oder um das Risiko, entdeckt zu werden; es gibt zwei Schuldige und ein Opfer. Nur selten handeln die Geschichten vom Spezialfall der ménage à trois, bei dem alle drei Beteiligten voneinander wissen und meist auch zusammen leben. Noch viel seltener sind freilich schwule, lesbische oder bisexuelle Dreiecksgeschichten – diese Handlungsmuster scheinen keinen Platz in einem mehrheitsfähigen Vorstellungskanon zu haben. Das Motiv kann um einen Pol mehr zum Viereck erweitert werden. 

Beispiele: Design for Living (USA 1933, Ernst Lubitsch); La Habanera (Deutschland 1937, Detlef Sierck); Madame de... (Frankreich/Italien 1953, Max Ophüls); Jules et Jim (Frankreich 1961, François Truffaut); Il Deserto rosso (Italien/Frankreich 1964, Michelangelo Antonioni); Cabaret (USA 1972, Bob Fosse); Gloomy Sunday – Ein Lied von Liebe und Tod (BRD 1999, Rolf Schübel); Keeping the Faith (USA 2000, Edward Norton).


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: PB


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