Lexikon der Filmbegriffe

yuppie psycho film

auch: yuppie horror film; yuppie comedy; v. amerikan. yuppie = Akronym für Young Urban Professional (eine Kategorisierung aus der Werbebranche der 1980er Jahre) und psycho = Kurzform für psychopath

In den 1980er Jahre entwickelte sich ein weltweiter Trend unter jungen, gut ausgebildeten Leuten in ihren späten 20er und 30er Lebensjahren, ihrem Streben nach Erfolg, dem amerikanischen ‚success‘, in neuen Formen sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Dabei entwickelten viele dieser ‚Yuppies‘ in der Zurschaustellung der Attribute wirtschaftlichen Erfolgs eine Art systemischer, arroganter und übermütiger Flegelhaftigkeit im Umgang mit Kollegen und gegenüber der Gesellschaft. So zeigte Oliver Stone die Figur des Bud Fox als Schützling des gewieften Börsenmaklers Gordon Gekko in der Welt des schnellen Geldes von Wall Street (1987). Paradigmatisch aber wurde die – durchaus symbolisch angelegte – Figur des beruflich erfolgreichen, smarten, eitel-selbstbezogenen, dabei aber geistig hohlen und seelisch toten psychopathischen Yuppie-Killers Patrick Bateman (Christian Bale) in Mary Harrons American Psycho (2000, nach Bret Easton Ellis' Roman von 1991), der das Töten aus ästhetischen Erwägungen betreibt und als Perfektionstraining betrachtet. Damit wurde Bale zum Inbegriff des ‚yuppie psycho killer‘. Nachfolgende Slasher-Exploitationen des Stoffes waren unvermeidlich (z.B. Shaft, 2000, John Singleton; American Psycho 2: All American Girl, Video, 2002, Morgan J. Freeman). Das (nicht kriminelle, aber neurotische) Yuppietum fand auch Eingang in komödiantische Bearbeitungen wie Mother (1996, Albert Brooks) oder in die erfolgreiche TV-Serie Seinfeld (1990-1998, mit Jerry Seinfeld).
Als filmgeschichtlich relevante Vorwegnahmen des yuppie psycho darf man wohl die Figuren des Bruno Anthony in Hitchcocks Strangers on a Train (1951), des Norman Bates in Hitchcocks Psycho (1960) oder auch des Alex in Kubricks A Clockwork Orange (1971) ansehen.

Literatur: Ferguson, Kevin L.: Engaging the Eighties: Ethics, objects, periods. Ph.D.-Thesis, City University of New York 2007. – Grant, Barry Keith: Rich and strange: the yuppie horror film. In: Neale, Steve / Smith, Murray (Hrsg.): Contemporary Hollywood cinema. London/New York: Routledge 1998, S. 280-293. – Eldridge, David: The generic American psycho. In: Journal of American Studies 42, 2008, S. 19-33.

Referenzen:

black comedy

Horrorfilm

Psychothriller

Schwarze Komödie

Slasher-Film

Thriller


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: LK


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