Lexikon der Filmbegriffe

Hollywood maverick

engl./amerik., = Einzelgänger, Eigenbrötler; auch: Vieh ohne Brandzeichen

Als maverick bezeichnen viele Kritiker solche Regisseure (manchmal auch Schauspieler), die zwar in den Hollywood-Studios gearbeitet haben, die gleichwohl eine sehr eigene Handschrift bewahrt und sich inhaltlich und stilistisch eher kritisch mit dem Hollywood-System und -Stil auseinandergesetzt haben. Manchmal reklamieren Regisseure die Bezeichnung für sich selbst (wie z.B. Steven Soderbergh). Dass das Bild des Jungbullen, der keiner Herde zugerechnet werden kann, die Bezeichneten damit zu „Autoren“ im Sinne des Autorenkinos erhebt, dürfte deutlich sein. Gleichwohl deutet die Redeweise darauf hin, dass das Hollywood-System keinesfalls als geschlossene, in sich einheitliche Stilistik gefasst werden darf. Zu den genannten Regisseuren gehören Robert Altman, Hal Ashby, Samuel Fuller, Sam Peckinpah, Alan Rudolph, King Vidor, Josef von Sternberg oder Erich von Stroheim, Autoren wie Paul Schrader oder Dalton Trumbo, Schauspieler wie Robert De Niro oder Gena Rowlands. Einen Überblick über die Geschichte und die Rolle der Hollywood-Außenseiterfiguren gibt der Dokumentarfilm Hollywood Mavericks (USA 1990, Florence Dauman, Dale Ann Stieber).

Literatur: Farber, Stephen: Hollywood Maverick. In: Film Comment 15,1, 1979, S. 26-31. – Andrew, Geoff: Stranger than paradise. Mavericks – Regisseure des amerikanischen Independent-Kinos. Mainz: Bender 1999.


Artikel zuletzt geändert am 23.08.2011


Verfasser: CA


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