Lexikon der Filmbegriffe

Split-Fokus-Objektive

engl.: split‑focus diopter; kurz auch: di-opt

Split-Fokus-Objektive ermöglichen es, mit einem Objektiv zwei verschiedene Schärfenbereiche darzustellen; für die Scharfstellung wird meist mittels eines vor den Sucher vorgesetzten Diopters das Sucherbild hälftig  geteilt. Es ist also möglich, einen Teil des Bildes in der Tiefe des Raums, einen anderen in Kameranähe scharf zu stellen. Die Übergänge müssen allerdings kaschiert werden, weil sie im Bild sonst eine Unschärfezone ergeben. Das Raumbild ist synthetisch, weil es die kontinuierliche Tiefe des Raums nur vorgaukelt, nicht aber wirklich abbildet. Split-Fokus-Objektive gab es schon in den 1920ern; von größerer Bedeutung wurden sie in den 1970ern, als einige Regisseure (wie vor allem Robert Wise und Brian De Palma) intensiv ihre Möglichkeiten der Bildgestaltung ausforschten. Split-Fokus-Aufnahmen finden sich vor allem in den Kompositionen von Breitwandaufnahmen. Zu den bekanntesten Beispielen der Zeit gehören The Andromeda Strain (USA 1971, Robert Wise), Jaws (USA 1975, Steven Spielberg), Star Trek: The Motion Picture (USA 1979, Robert Wise) und Mission: Impossible(USA 1996, Brian De Palma).


Artikel zuletzt geändert am 23.09.2012


Verfasser: JH


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